Brandenburger Bürgerbühne

Das Brandenburger Theater ist stolz auf seine Lokalmatadoren. Die Spielwütigen des Jugendtheaters und des Amateurtheaters haben diesem Theater über lange Zeit ein eigenes Gesicht im Schauspiel gegeben.
Wir freuen uns mit diesen beiden Zugpferden weiter ins Rennen gehen zu können. Und wir wollen weitergehen mit ihnen.

Das Amateurtheater wird ab dieser Spielzeit zur Bürgerbühne. Das heißt, dass alle interessierten Brandenburger eingeladen sind an einer Theaterarbeit teilzuhaben, die sich ganz gezielt mit den Themen und den Biographien dieser Menschen auseinandersetzt. Die Dresdner Bürgerbühne hat seit 2009 die Bürger*innen als Spieler*innen für ihr Theater der Partizipation entdeckt und das Brandenburger Theater will mit dem neu gefundenen Namen die Bedeutung herausstreichen, die professionell angeleitete Theaterarbeit mit den und für die Bürger*innen dieser Stadt in Zukunft haben soll.

Franz Kafka schreibt in seinem Roman Amerika den Aufruf eines neuen Theaters in Oklahoma für neue Mitspieler*innen so: „Das große Theater von Oklahoma ruft Euch! Es ruft nur heute, nur einmal! Wer jetzt die Gelegenheit versäumt, versäumt sie für immer! Wer an seine Zukunft denkt, gehört zu uns!
Jeder ist willkommen! Wer Künstler werden will, melde sich! Wir sind das Theater, das jeden brauchen kann, jeden an seinem Ort! Wer sich für uns entschieden hat, den beglückwünschen wir gleich hier!“
Ähnlich offen-optimistisch will das Brandenburger Theater in Zukunft Anlaufstelle für alle Spieler*innen dieser Stadt werden.

Aber einen Unterschied will das Brandenburger Theater dann doch machen: Wer die Gelegenheit beim ersten Mal versäumt, darf auch gerne ein weiteres Mal kommen, um dann mitzumachen.
Auch im Bereich des Jugendtheaters wird weiterhin mit Offenheit mit allen jungen Menschen dieser Stadt und Region gearbeitet und ein Stück zur Aufführung gebracht, was der Vielfältigkeit seiner Mitspieler in aufregender Art und Weise Rechnung trägt.

Auch hier gilt mit Kafka gesprochen „Verflucht sei, wer uns nicht glaubt! Auf nach Clayton!“ Beziehungsweise „Auf nach Brandenburg! Ins Theater! Unter die Fittiche von Christiane Ziehl!“


Jacke wie Hose

Stück von Manfred Karge

Der Regisseur Boris von Poser erarbeitet mit dem Ensemble der Bürgerbühne die Inszenierung „Jacke wie Hose“, ein Stück des Brandenburger Autors, Regisseurs und Schauspielers Manfred Karge. Zusammen mit der Schauspielerin Anna Böttcher entsteht ein Theaterabend, der den historischen Fall von Ella Gericke behandelt. Einer Frau, die in der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik ihren Mann Max verliert und aus wirtschaftlicher Not in seine Hosen steigt und seine Identität annimmt, um seinen Arbeitsplatz als Kranfahrer zu übernehmen. Ella durchlebt damit die deutsche Geschichte als Ella-Max bis zur Wiedervereinigung. In der Auseinandersetzung mit diesem Stück soll auch der Blick aufs Heute und die Realität der Spieler möglich werden, so dass Gestern und Heute sich ineinander spiegeln. Was ist identitätsstiftend, ist hierbei eine zentrale Frage in der Auseinandersetzung mit dem Text, wie auch der jeweils eigenen Biographie. Ist es das Geschlecht? Die Arbeit? Die Liebe? Woraus zieht der/ die Einzelne Glück?

Eine theatrale Recherche in das Herz einer Gesellschaft, die sich kein Leben ohne Arbeiten, aber durchaus ein Arbeiten ohne Leben vorstellen kann.

Regie: Boris von Poser
Ausstattung: Brandenburger Theater
Mit: Anna Böttcher und dem Ensemble der Brandenburger Bürgerbühne

Fr, 7. April 2017 - 19.30 Uhr
So, 9. April 2017 - 15.00 Uhr
Do, 18. Mai 2017 - 19.00 Uhr
Sa, 20. Mai 2017 - 19.30 Uhr
Studiobühne

Das Video zur Brandenburger Bürgerbühne von André Krummel

Kontakt

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Boris von Poser
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oder unter
Tel. 03381/511-121
(Sekretariat des Brandenburger Theaters)

Jeder ist willkommen!